Woher kommt mir Hilfe? Gottes Schutz in schwierigen Zeiten | Psalm 121
- 24.03.2020 -
Woher kommt mir Hilfe, wenn Angst und Unsicherheit unser Leben bestimmen? Psalm 121 erinnert daran, dass unsere Hilfe von Gott kommt und dass er uns auch in schwierigen Zeiten nicht verlässt.
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Im März 2020 stellt die Corona-Pandemie auch das Gemeindeleben auf den Kopf. Anhand von Psalm 121 erinnert Pfarrer Dr. Jochen Eber daran, dass Gott seine Menschen nicht verlässt und ihnen gerade in Zeiten von Angst, Unsicherheit und Veränderung Hoffnung und Halt schenkt.
Predigt zu: „Woher kommt mir Hilfe? Gottes Schutz in schwierigen Zeiten“ - Psalm 121
(24. März, Pfarrer Jochen Eber, Evangelische Kirche Steinen)
Ein Gruß aus der Margarethenpfarrei
Liebe Gemeindeglieder,
das Coronavirus breitet sich aus und verändert unser Leben grundlegend. Gottesdienste fallen aus, Veranstaltungen müssen abgesagt werden und viele Menschen sorgen sich um ihre Gesundheit, ihre Familien und ihre Zukunft. Vieles, worauf wir uns verlassen haben, scheint plötzlich unsicher geworden zu sein.
Doch gerade in dieser Situation dürfen wir uns daran erinnern, dass Gott bei uns ist. Auch wenn uns Angst und Sorgen bedrängen, bleibt er derselbe. Auf ihn dürfen wir vertrauen. Dieses Vertrauen gibt uns eine Grundlage, die auch in schwierigen Zeiten trägt.
Die Frage beschäftigt viele Menschen: Was wird aus mir? Was wird aus meiner Familie? Was wird aus den Menschen, die bereits erkrankt sind? Die Bibel verweist uns in solchen Zeiten auf Gott. Er ist unser Fundament. Er lässt uns nicht allein und verlässt uns nicht in der Not.
Gleichzeitig stehen wir als Gemeinde vor einer besonderen Herausforderung. Gemeinde bedeutet eigentlich Versammlung. Doch gerade das ist zurzeit nicht möglich. Deshalb suchen wir neue Wege, miteinander verbunden zu bleiben. Gottesdienste und Andachten werden über das Internet angeboten, die Kirchengemeinde bleibt telefonisch erreichbar, und die Kirchen stehen für Gebet und persönliche Einkehr offen.
Gerade die Passionszeit und die bevorstehende Karwoche laden uns ein, Gott neu zu suchen. Viele Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause als gewöhnlich. Das kann auch eine Gelegenheit sein, sich wieder bewusst dem Glauben zuzuwenden, in der Bibel zu lesen und das Gespräch mit Gott zu suchen.
Dazu möchte ich Psalm 121 lesen:
Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!
Der Psalm erinnert uns daran, wer Gott ist. Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde. Er wacht über sein Volk. Er schläft nicht und schlummert nicht. Er verliert uns niemals aus den Augen.
Besonders auffällig ist, wie oft in diesem Psalm vom Behüten die Rede ist:
"Der Herr behüte dich."
"Der Herr behüte dich vor allem Übel."
"Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang."
Dreimal wird Gottes Schutz hervorgehoben. Das macht deutlich: Wir sind nicht uns selbst überlassen. Gott kennt unsere Situation. Er weiß um unsere Sorgen und Ängste. Deshalb dürfen wir auch jetzt auf ihn vertrauen.
Vieles ist abgesagt worden. Treffen, Feiern, Restaurantbesuche oder andere lieb gewonnene Gewohnheiten sind nicht mehr möglich. Doch manches ist gerade jetzt besonders angesagt: Zeit zum Beten, Zeit für die Bibel, Zeit für geistliche Impulse und Zeit, Gottes Nähe zu suchen.
Nutzen wir diese Zeit, um unseren Glauben zu stärken. In den Psalmen, Gebeten und Bekenntnissen der Kirche finden wir Worte, die Menschen schon in früheren schweren Zeiten getragen haben. Auch wir dürfen daraus Kraft schöpfen.
Lassen Sie uns besonders an die Menschen denken, die krank sind. Beten wir für Heilung und Bewahrung. Denken wir auch an alle, die im Gesundheitswesen Verantwortung tragen und sich mit großem Einsatz für andere Menschen einsetzen.
Zum Schluss wünsche ich Ihnen Gottes Segen. Bleiben Sie Gott befohlen und bleiben Sie behütet durch Jesus Christus.
Amen.