Liebe ist ... demütig

- 11.07.2026 - 

Himmelwärts

Im Himmelwärts-Gottesdienst der Petruskirche Steinen spricht Pfarrer Ingo Meißner über die Bedeutung echter Demut. Anhand von 1. Korinther 13 wird deutlich, dass Demut keine Schwäche ist, sondern Ausdruck einer tiefen Beziehung zu Gott. Die Predigt lädt dazu ein, Jesus neu zu entdecken und sich mit der Frage auseinanderzusetzen: „Wer ist Jesus für dich?“

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Viele verbinden Demut mit Schwäche, Unterordnung oder Selbstverleugnung. Die Bibel zeigt jedoch einen anderen Weg. Ausgehend von 1. Korinther 13 geht es um die Frage, wie echte Demut aussieht, warum Hochmut das Gegenteil davon ist und was wir von Jesus lernen können.
 
Ein besonderer Schwerpunkt der Predigt liegt auf der Frage:
Wer ist Jesus für dich?
 
Jesus wird als Wegbereiter, Wundervollbringer, Worteinhalter und Licht in der Dunkelheit beschrieben. Die Gemeinde wird eingeladen, darüber nachzudenken, welche Bedeutung Jesus ganz persönlich im eigenen Leben hat.
 
  • Predigttext: 1. Korinther 13,4-8
  • Predigt: Ingo Meißner
Musik:
  • FJ6 150: Nur durch Christus in mir CCLI-Nr.: 7129715
  • FJbo 92: Du bist der ewig treue Gott
  • FJbo 51: Wegeebner
  • FJbo 106: Du bist würdig
  • FJbo 87: Immer mehr von dir
  • FJbo 49: Goodness of God
  • FJbo 212: Der Herr segne dich
CCLi Liedlizenz 5100265

Predigt zu: "Liebe ist ... demütig"

Himmelwärtsgottesdienst
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(11. Juli 2026, Pfarrer Ingo Meißer, Evangelische Kirche Steinen)

Was bedeutet Demut?

Viele Menschen verbinden mit diesem Begriff zunächst etwas Negatives. Sie denken an Unterordnung, Schwäche oder daran, sich kleinzumachen. Doch das biblische Verständnis von Demut geht in eine ganz andere Richtung.
Im Rahmen der Himmelwärts-Predigtreihe „Liebe ist ...“ steht diesmal die Aussage im Mittelpunkt:
Liebe ist demütig.
 
Ausgangspunkt ist der bekannte Abschnitt aus dem ersten Korintherbrief, in dem Paulus beschreibt, wie wahre Liebe aussieht. Dort heißt es unter anderem, dass die Liebe sich nicht aufbläht und sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellt. Daraus entsteht die Formulierung:
Liebe ist demütig.

Wahre und falsche Demut

Nicht jede Form von Bescheidenheit ist echte Demut.
Es gibt auch eine falsche Demut, die letztlich nur eigene Interessen verfolgt. Menschen können höflich, bescheiden oder zurückhaltend auftreten, um Vorteile zu gewinnen oder Einfluss auszuüben.
Echte Demut dagegen entsteht aus einer inneren Haltung. Sie bedeutet:
  • anderen mit Respekt zu begegnen
  • sich selbst nicht über andere zu stellen
  • offen dafür zu sein, dass der andere ebenfalls Recht haben könnte
  • sich nicht ständig selbst in den Mittelpunkt zu rücken
Doch die Predigt geht noch einen Schritt weiter.
Nicht die Demut gegenüber Menschen steht im Zentrum, sondern die Demut gegenüber Gott.

Demut vor Gott

Biblische Demut bedeutet, Gott höher zu achten als sich selbst.
 
Sie erkennt an:
  • Gott ist Schöpfer
  • Gott hat den Überblick
  • der Mensch ist begrenzt
  • wir brauchen Gottes Führung
Demut heißt deshalb:
Gott sitzt auf dem Thron meines Lebens und nicht ich selbst.
 
Die Bibel stellt Demut immer wieder dem Hochmut gegenüber.
 
Während Hochmut glaubt, alles selbst im Griff zu haben und Gott nicht zu benötigen, vertraut Demut darauf, dass Gott den besseren Überblick hat.
 
Darum schreibt Petrus:
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Jesus als Vorbild der Demut

Am deutlichsten sehen wir diese Haltung bei Jesus selbst.
 
Jesus war bereit, sich Menschen zuzuwenden, die am Rand der Gesellschaft standen. Er suchte die Gemeinschaft mit Zöllnern, Sündern und Ausgegrenzten. Er liebte die Menschen und wollte sie in die Gemeinschaft mit Gott führen.
Der tiefste Ausdruck seiner Demut wird jedoch im Garten Gethsemane sichtbar.
 
Kurz vor seiner Kreuzigung betet Jesus:
Nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille.
 
Jesus vertraut seinem himmlischen Vater vollständig und ordnet sich dessen Willen unter.
 
Darin wird deutlich:
Wahre Demut vertraut Gott auch dann, wenn der Weg schwer ist.

Was möchte Gott von uns?

Der Prophet Micha fasst Gottes Willen in einem bekannten Vers zusammen:
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist:
Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
 
Demut gehört damit zu den Grundhaltungen des christlichen Glaubens.
Sie zeigt sich im Vertrauen auf Gott, im Gehorsam gegenüber seinem Wort und in der Liebe zu anderen Menschen.

Wie sieht Demut im Alltag aus?

Demut bedeutet nicht, minderwertig über sich selbst zu denken.
 
Vielmehr bedeutet sie:
  • Gott nicht gering zu achten
  • auf Gottes Führung zu vertrauen
  • den Namen Gottes mit Ehrfurcht zu gebrauchen
  • anderen Menschen mit Liebe zu begegnen
  • Gott die Ehre für das Gute im eigenen Leben zu geben
Demut erkennt:
Alles, was wir haben, verdanken wir letztlich Gott.

Wer ist Jesus für dich?

Am Ende der Predigt steht die gleiche Frage, die Jesus einst seinen Jüngern stellte:
Wer bin ich für dich?
 
Petrus antwortete:
Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.
 
Auch heute bleibt diese Frage aktuell.
Wer ist Jesus für dich?
 
Vielleicht ist er:
  • der Wegbereiter
  • der Wundervollbringer
  • der Worteinhalter
  • das Licht in der Dunkelheit
  • der treue Begleiter
  • der Retter
  • der gute Hirte
Oder vielleicht findest du ganz eigene Worte dafür.
 
Die entscheidende Frage lautet:
Welche Bedeutung hat Jesus persönlich für dein Leben?

Fazit

Demut ist keine Schwäche.
Sie ist die Haltung eines Menschen, der erkennt, dass Gott größer ist als er selbst.
Wer demütig lebt, muss nicht ständig um Anerkennung kämpfen. Er darf wissen, dass sein Leben in Gottes Hand liegt.
Deshalb lädt die Predigt dazu ein, Jesus neu zu entdecken und ihm neu zu vertrauen.
 
Wer ist Jesus für dich?