Was ist Deine Hoffnung?

- 24.11.2024 - 

Ewigkeitssonntag

Was ist deine Hoffnung? Diese Frage stellt der Ewigkeitssonntag auf besondere Weise. Die Predigt von Ingo Meißner beschäftigt sich mit dem Leben nach dem Tod, den Hoffnungen vieler Menschen und der christlichen Hoffnung auf Gemeinschaft mit Gott über den Tod hinaus.

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Zum YouTube-Kanal Ev. Kirchengemeinde Steinen
 
Was kommt nach dem Tod?
 
In dieser Predigt geht Ingo Meißner der Frage nach, welche Hoffnungen Menschen mit Blick auf die Ewigkeit haben und was die christliche Hoffnung von anderen Vorstellungen unterscheidet.
 
Ausgehend von persönlichen Erfahrungen, verschiedenen religiösen Vorstellungen vom Leben nach dem Tod und biblischen Texten entfaltet die Predigt die Hoffnung des christlichen Glaubens: die Gemeinschaft mit Gott, die Auferstehung und die Verheißung ewigen Lebens in Gottes Gegenwart.
 
Die Predigt verbindet Trost für Trauernde mit der Einladung, über die eigene Hoffnung nachzudenken:
  • Was trägt uns angesichts des Todes?
  • Welche Hoffnung reicht über dieses Leben hinaus?
  • Worauf vertrauen wir, wenn Sicherheiten wegbrechen?
Dabei wird deutlich: Christliche Hoffnung ist nicht nur ein Gedanke für das Lebensende, sondern eine Kraftquelle für das Leben heute.

Predigt Ewigkeitssonntag: „Tod – und was dann?“

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(9. November 2024, Pfr. Ingo Meißner, Evangelische Kirche Steinen)
 
Tod - und was dann?
 
Das ist eine Frage, die viele Menschen beschäftigt. In der Regel, wenn liebgewordene Menschen gestorben sind. Oder auch einfach so, damit man weiss, woraufhin man lebt bzw. zusteuert.
 
Vor gut einer Woche habe ich vom überraschenden Tod eines Jugendfreundes gehört. Herzinfarkt. Es tat mir sehr leid davon zu hören.
Wir waren in ab der 5. Klasse befreundet, hatten uns dann etwas aus den Augen verloren und wieder in der Oberstufe angefreundet.
Und standen dann gemeinsam in den großen Pausen mit vielen anderen vor dem Schultor und haben geschwätzt und geraucht.
Wir haben viel Zeit damals in unserer Klicke zugebracht. Er war so etwas wie der Babo, der Chef. Voller Leben, voller Ideen. Auch verrückter. Der, der die coolen Independent-Bands kannte und wir auf entsprechende Konzerte gingen mitgrölten und Pogo tanzten. Und wir haben viel Spass miteinander gehabt und manchmal aber auch Mist gemacht.
 
Ich weiss nicht, was sein Glaube, seine Hoffnung war. Und nun ist er tot. Ich werde ihn in guter Erinnerung behalten. Und ich wünsche ich ihm, dass unser liebender und gnädiger Gott, unser Herr Jesus Christus liebevoll und gnädig auch auf sein Leben schaut.
 
Tod und was dann?
Welche Vorstellungen über das, was nach dem Tod kommt, beschäftigen dich so?
 
Es gibt ja die verschiedensten Vorstellungen heutzutage.
 
Die einen sagen: eine Person lebt nur noch in der Erinnerung der Hinterbliebenen weiter. Da ist nichts mehr nach dem Tod. Nur ein große Leere.
 
Und wenn es doch was gäbe? Dann könnte man sein ganzes Leben auf diese und jene Alters-Vorsorge geschaut haben, und versäumt es, sich um sich seine Ewigkeitsvorsorge zu Lebzeiten kümmern. Und wird vielleicht mal sehr erstaunt sein…
 
Die anderen sagen: Es gibt Leben nach dem Tod. Und zwar einen ständigen Kreislauf von Sterben und Wiedergeboren werden.
Ist in der westlichen Welt bei vielen modern und man stellt sich so positiv ewiges Leben vor.
Doch ist dieser Gedanken im fernöstlichen Denken eigentlich etwas zutiefst Bedrückendes. Nie aus diesem schicksalhaften Kreislauf aussteigen zu können. Und die Sehnsucht ist, dass es endlich aufhören möge und man sich im Großen und Ganzen für immer auflösen kann. Verschwinden, weg, sein, aufhören. Und Schluss.
Eine für mich eher frustrierende Vorstellung…
 
Andere Religionen machen Hoffnung auf eine gute Zukunft: Islam, oder auch Neuheidentum.
 
Im Islam gibt es auch die Vorstellung von einem Paradies. Klar, Mohammed hat ja christlich/jüdisches Gedankengut aufgenommen und dem ganzen nochmals einen anderen Twist gegeben.
In der Tradition, also weitere Lehren über den Koran hinaus, hat sich darüber hinaus noch die Idee der Jungfrauen ergeben, die den verstorbenen muslimischen Männern dann im Paradies zur Verfügung stehen. Als besondere „Motivation“ für Selbstmordattentäter.
Und was gibt es für die muslimischen Frauen? Hier scheint es nur das „normale“ Paradies zu geben.
 
Oder im neuen „Modetrend“, dem nordisch-heidnischen Gedankengut. Es gibt eine starke Strömung des sog. Neuheidentums oder des Paganismus.
 
Beliebt im nordischen Denken sind da die Vorstellungen, nach dem Tod zu den vormals verstorbenen Kriegern versammelt zu werden und dann an der Tafel der Götter eine ewige Party zu feiern. „Walhalla“ heisst dieser himmlische Partyort, wo der Hongiwein in Strömen fliesst.
Wo hier die Frauen bleiben, bleibt ebenfalls etwas unscharf… Vielleicht als Honigweinträger?
 
Das Thema „Walhalla“ wird ja in Filmen wie um den nordischen Donnergott „Thor“ oder in der „Mad Max-Saga“ mit viel Action ausgebreitet. Und so gesellschaftsfähig gemacht.
 
Bei „Mad Max“ gibt es vor allem in den beiden letzten Teilen die sogenannten „Warboys“, die Kriegsjungs, deren höchstes Glück es ist als Selbstmordattentäter möglichst öffentlich, damit andere ihren heldenhaften Tod bezeugen können, zu sterben, um dann auf ewig mit ihrem geistlichen Führer und den anderen Gestorbenen zu feiern.
 
Wie überzeugend alle diese beschriebenen Gedankenmodelle sind, möge jeder für sich selbst entscheiden…
 
Schauen wir mal in die Bibel, was uns dort für eine Richtung aufgezeigt wird.
 
Im Alten Testament findet sich immer wieder die Formulierung „versammelt zu den Vätern“.
 
Da werden Abraham, Isaak und Jakob nach dem Tod zu den Vätern versammelt (z.B. Gen 49,33).
Auch die Könige von Israel legen sich zu ihren Vätern. So auch z.B. auch bei David und Salomo.
 
„Zu den Vätern versammelt werden“, kann ein zutiefst tröstliche Gedanke sein.
 
Ich höre es immer wieder bei Trauergesprächen: „Wenn etwas war, ich konnte mit allem zu meinem Vater kommen. Oder zur Mutter.“  Er oder sie waren immer da. Und jetzt nicht mehr.
 
Und man trauert dann diesem Vater oder dieser Mutter aus gutem Grund nach.
 
Wenn jemand aus der Familie stirbt, ist das immer ein Einschnitt. Manchmal merkt man es nicht sofort. Doch wenn die Wochen vergehen, teilt sich das eigene Leben in ein Vorher und Nachher: Das Leben vorher in Verbundenheit und Austausch – und jetzt allein. Das Leben vorher, in dem die Mutter, der Vater immer einfach selbstverständlich da waren, nur einen Anruf oder einen Besuch weit entfernt. Und jetzt irgendwie allein.
 
Dieses Gefühl, ohne Schutz vorne in der ersten Reihe zu stehen, irgendwie dem Leben, der Zukunft mehr ausgesetzt, weil der Windschatten fehlt, den die Eltern geboten haben.
 
Das Leben nachher ist auf jeden Fall anders. Weil jeder von uns in ein Geflecht aus Beziehungen hineingewachsen ist. Diese Beziehungen sind ein Teil von uns. Deshalb fühlt es sich an wie eine Wunde, wenn jemand aus diesem Geflecht herausbricht.
 
Wenn man sich dann vorstellt, „zu den Vätern versammelt“ zu werden, kann dieser Gedanke auch Trost spenden.
 
Wenn der geliebte Vater, die geliebte Mutter zu den verstorbenen Angehörigen quasi „versammelt“ wird.
 
Und diese dann – wie auch immer – miteinander reden, lachen, oder auch Erfahrungen teilen kann.
 
Und wir uns hier später einmal mit einklinken können.
 
Im Alten Testament wird der Gedanke des „zu den Vätern versammelt werden“ ehrlich gesagt, nicht genauer ausgeführt, was das genau bedeutet. „Und was ist mit den Frauen“? möchte man heute auch noch fragen.
 
Viel prominenter wird Gott auch schon im Alten Testament n seiner väterlichen und mütterlichen Art beschrieben. Als Vater im Himmel.
 
Nicht im Sinn, dass Gott ein bestimmtes Geschlecht hätte. Er ist ja der, der beide Geschlechter nach seinem Bild geschaffen hat. Er ist also im gewissen Sinn „übergeschlechtlich“.
 
Gott, der Vater im Himmel. WEie Jesus es auch im „Vater unser“ betet.
 
„Vater“ jetzt ganz positiv gemeint.
 
Und mir ist bewusst, dass es viele Menschen gibt, die ihren Vater nicht positiv erlebt haben und deswegen Mühe haben, ihn sich als liebenden und fürsorglichen Vater vorzustellen.
Dann könnten sich diese Menschen aber Gott mit seiner mütterlich fürsorglichen Seite vorstellen. Oder sich an Jesus Christus orientieren.
 
Als Christen, als Nachfolger Jesu ist unser Glaube, dass wir auch nach dem Tod versammelt werden. Und zwar zu Gott, unserem liebenden Vater.
 
Zu ihm „versammeln wir uns“ nach unserem Tod, wenn wir ihm im Leben folgten. An ihn glaubten, ihm vertrauten. In Höhen wie Tiefen.
 
Wir versammeln uns zu ihm. Leben in Gemeinschaft mit ihm. Voller Freude, Friede. Ohne Leid, ohne Tränen. Zufrieden. Glücklich.
 
Mit ihm und auch mit seinem Sohn Jesus Christus in seinem himmlischen Königreich zu leben.
Im himmlischen Paradies, im himmlischen Jerusalem. Für immer und ja, im wahrsten Sinn des Wortes, für ewig.
 
Wenn wir uns an Jesus Christus halten, ihn Herr in unserem Leben sein lassen, ihm im Leben nachfolgen, ihn uns zum Vorbild nehmen, dann dürfen wir Gott auch Vater nennen.
Wir werden Teil der großen Familie Gottes. Schon zu Lebzeiten und dann auch nach unserem Tod.
 
Und all die Verheißungen Jesu Christi , die Versprechen Gottes, gelten dann dir und mir.
 
Jesus redet auch von einem Fest nach unserem Tod. Von himmlischen Festmahl. Wo es fröhlich, üppig und schön zugeht.
 
Er redet von einer zukünftigen Welt, an der wir jetzt schon Anteil bekommen, wenn wir ihm, Jesus Christus unser Leben anvertrauen.
 
Paulus führt diesen Gedanken weiter aus mit dem Bild vom Bürgerrecht im Himmel.
 
Wir müssen dann nicht Schlange stehen vor dem Himmelstor und schauen, ob wir in den himmlischen Club „reinkommen“ oder auch nicht.
 
Mit Jesus Christus als unserem Herrn haben wir quasi die VIP-Karte, den Zutrittsausweis. Wir gehören dann schon dazu. Und keiner wird uns abweisen.
 
Es ist dann wie Heimkommen - zum Vater, zu meinem Herrn Jesus Christus.
 
Heimkommen. Daheim sein. In der himmlischen Heimat.
 
Das ist ein für mich unglaublich tröstlicher Gedanke.
 
Versteht mich richtig. Ich habe jetzt keine Todessehnsucht. Ich lebe gerne. Ich liebe auch mein Leben hier.
Doch ist es schön und schwer zugleich. Es ist schön und hat auch traurige Momente. Ich erlebe gute Beziehungen und solche, die mich verletzen. Ich erlebe Siege und ich erlebe Niederlagen.
 
Und alle das Schwere wird einmal aufhören, wenn ich heim zu meinem himmlischen Vater komme.
 
Und wenn ich einmal einen Grabstein haben sollte, dann soll darauf ein Kreuz zu finden sein und schlicht und einfach das Wort stehen: „Daheim“.
 
Daheim sein bei Gott, unserem liebenden Vater, bei meinem Herrn Jesus Christus einmal für immer daheim sein zu können. Ohne Leid, Schmerz, Tränen. In ewiger Freude und tiefen Frieden.
 
Einmal meine neue und schöne himmlische Heimat beziehen zu können. Als Bürger des neuen, des himmlischen Jerusalems. Mit Vater, Sohn und heiligem Geist und mit hoffentlich meinen Lieben und vielen anderen Menschen ein großes Fest zu feiern.
 
Das ist meine Ewigkeitshoffnung! Und es ist deine?
 
Und wenn das auch deine Hoffnung ist:
 
dann meine Bitte: lebe und rede, was du glaubst!
 
Damit noch viele Menschen von nah und fern mit uns einmal gemeinsam mitfeiern können. In Ewigkeit.
 
Amen.